„Wir verfolgen einen reinen Bottom-up-Ansatz“

Temasek, einer der großen asiatischen Investoren im Besitz des Staates Singapur, sieht sich als erklärter Langfristinvestor ohne vorab definierte Halteperiode mit voller Flexibilität in der Asset Allocation. 58 % des Fondsvermögens sind derzeit in Anteile börsennotierter Unternehmen investiert, 42 % in nicht-gelistete Unternehmen. „Wir sind verlässliche Partner für mittelständische Unternehmen“, sagte Prof. Dr. Uwe Krüger, bei Temasek verantwortlicher Co-Head der Portfolio Management Group. Und ergänzte: „Als Investoren, die nach Alpha suchen, wollen wir die Unternehmen, in die wir investieren, bis ins Detail verstehen und verfolgen einen reinen Bottom-up-Ansatz.“ Das gelingt, im mehrjährigen Durchschnitt erreichte der Fonds eine Rendite p. a. von mehr als 15 %.

Temasek versteht sich darüber hinaus als Wegbereiter für sozialen und technologischen Fortschritt. Diese Entscheidungen verantwortlich zu treffen, sei nicht immer leicht. So wurden rentierliche Investition in integrierte Öl & Gas -Unternehmen zurückgefahren und der Fokus liege auf der Förderung CO2 neutraler Technologien und Unternehmen, auch wenn die Renditen sich hier nur sehr langfristig einstellten. Als Fonds wird Temasek ab 2020 CO2-neutral sein. Und es wird angestrebt, dass die eigenen Beteiligungen ihren CO2-Abdruck bis 2030 halbieren.

Die Regierung, so Krüger, nehme keinen Einfluss auf Investmententscheidungen. Auch handele es sich nicht um einen Pensionsfonds – das Mandat bestehe ausschließlich in der Vermögensmehrung der Asset-Basis mit langfristig angelegten Eigenkapitalinvestitionen in gesunde Wachstumswerte. Geografisch sei der Fonds gegenwärtig noch zum überwiegenden Teil in Asien, dort vor allem in China und in Singapur, investiert. Europa habe in der Asset Allocation einen Anteil von 10 %, der aber stark wächst. In der DACH Region seien vor allem Lifesciences, Agri-Chemie, Industrie und B2C Start up Unternehmen im Fokus.

Mit der zunehmenden Vernetzung von Wirtschaft und Kapitalmärkten seien die Interdependenzen zwischen Politik und Makroökonomie einerseits und der Performance von Unternehmen andererseits stark gewachsen. Das habe die Komplexität von Investmententscheidungen stark erhöht. Um jederzeit flexibel zu sein halte der Fonds zurzeit deshalb „ein erhebliches Maß an Liquidität“, so Krüger.