„Wir wollen keine Black-Box mit Wunder-Ergebnissen“

Anselm Wagner, Bereichsleiter Wertpapiermanagement, Bayerische Versorgungskammer, sieht sich durch die Regulierung zu einem Drittel in die Investition von Investment Grade Anlagen gezwungen. Trotzdem: „Wir versuchen, ein aktiver Manager zu sein“, betonte Wagner. Zu 25 % sei das Vermögen in Aktien, Infrastruktur und Private Equity investiert. Zu Quant/KI: „Ich müsste verstehen können, was der Algorithmus macht.“ Und über ESG: „Wir berücksichtigen ESG-Kriterien in unserer gesamten Kapitalanlage.“

 

Jörg Schmidt, Senior Portfolio Manager im Bereich Multi Asset bei der Union Investment, sagte er bewege sich auf der Suche nach neuen Ertragsquellen und marktunabhängigen Renditen vom Multi Asset immer stärker in Richtung Multi-Strategie-Portfolien.  Zu Quant/KI: „Die Prognosemodelle sind für den Investor schwer zu verstehen, auch, weil die Anbieter sehr zurückhaltend mit ihren Informationen sind.“ Und über ESG: „Wir nutzen auch externe Datenbanken, um Fonds hinsichtlich ihrerESG-Standards beurteilen zu können.“

 

Prof. Dr. Uwe Krüger, Co-Head der Portfolio Management Group Temasek, betonte die Bedeutung von Liquidität: „Wir werden 2019 mit mehr Liquidität abschließen als 2018.“ Über Quant/KI: „Wir wollen die Modelle verstehen, die wir anwenden, und keine Black-Boxes mit Wunder-Ergebnissen.“ Und über ESG: „Wir brauchen dringend ein einheitliches sustainable Reporting. Denn nur was gemessen werde kann, kann auch verändert werden.“

 

Alexander Raviol, CIO Alternative Solutions von Lupus alpha, stellte vor dem Hintergrund dauerhafter Nullzinsen zur Diskussion, ob höhere Aktienbewertungen nicht die Realität widerspiegeln würden. Im Anlagemix setze er ergänzend auf echte alternative Renditequellen: „Da gibt es nicht viele – aber Volatilität gehört dazu.“ Seine Sicht auf Quant/KI: „Das ist nicht meine Philosophie – aber bei der Datenauswertung ist der Computer inzwischen unverzichtbar.“ Und über ESG mit Augenzwinkern: „Vola-Strategien mit ESG-Kriterien gibt es bisher nicht. Aber Veränderungen im Underlying wären denkbar“