Aktives Management wird durch die Krise führen

Worauf sollten Investoren in den kommenden  Jahren vorbereitet sein? Für John Mauldin ist klar: Es wird zunächst mehr als schwierig. Seine These: Das Problem der staatlichen und der privaten Verschuldung werde sich auf Dauer nicht lösen lassen – außer durch ein Ereignis, das er den „Great Reset“ nennt – alles wieder zurück auf Los,  einhergehend mit massiven Wertverlusten in sämtlichen Anlageklassen. Seine Zahl: 2017 lag die globale Gesamtverschuldung mit 237 Billionen US-Dollar bei 382% der jährlichen globalen Wirtschaftsleistung. Und mit 5,3% wachsen die Schulden jährlich schneller als die Wirtschaft selbst. Das, so Mauldin, könne auf Dauer nicht gutgehen. Erst in den 2030er Jahren hätte die Welt die große Schuldenblase überstanden.

Noch lebten Investoren in einer Welt, die von Mario Draghis „Whatever it takes“ geprägt sei. Gefährlich werde es dann, wenn sich diese Konstante ändert, zum Beispiel, weil die Zentralbanken keinen Spielraum mehr für zusätzliche Maßnahmen hätten. Sobald dieser Zeitpunkt eintrete, komme „The Great Reset“, sagte Mauldin.

Dass man das auch anders sehen kann, zeigte die spätere Podiumsdiskussion „Asset Allocation 2019“. Befragt zu den Thesen Mauldins sagte Joachim Fels von Pimco, er sehe den „Great Reset“ nicht kommen. „Staaten haben sehr viel Möglichkeit, das Problem der Schulden in die Zukunft zu verschieben – finanzielle Repression, niedrige Zinsen, höheres Wachstum.“ Allerdings sehe er ein Problem bei der privaten Verschuldung.

Auch Dr. Benedikt Köster von Deutsche Post DHL kann sich den „Great Reset“ nicht vorstellen. Allerdings gab er zu bedenken: „Den Brexit konnte ich mir auch nicht vorstellen. Oder dass Donald Trump gewählt wird.“ Letztlich könne viel passieren – als Investor müsse man auf alles vorbereitet sein.

Dr. Götz Albert, Partner und Leiter Portfolio Management Small & Mid Caps bei Lupus alpha, lenkte den Blick auf die Chancen in einem solchen Krisenszenario: „Auf Mikroebene gibt es immer Chancen – wenn es laut Mauldin nach 2030 vollautomatisierte Fabriken gebe und Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs besiegt seien, muss es ja Unternehmen geben, die die benötigten Komponenten wie Sensoren oder andere Werkzeuge liefern oder auch die medizinische Forschung für neue Wirkstoffe vorantreiben.“ Die eigentliche Frage für Asset Manager sei letztlich, was nach der Krise wieder aufsteige.

Und auch Mauldin selbst hatte eine Vorstellung davon, wie sich die große Krise am besten überstehen lasse: Mit physischen Anlagen, Immobilien, guten Hedgefonds sowie mit aktiven Asset Management-Strategien. Sein versöhnliches Fazit: „Wir werden da durchkommen.“