„Es ist Zeit, Nebenwerte aus der Nische zu holen“

Wer soll eigentlich die Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zukunft entwickeln? „Nicht die Politik, nicht Bewegungen, nur Unternehmen können das“, stellte Dr. Götz Albert, CIO von Lupus alpha fest – und genau diese Unternehmen fänden sich unter den rund 2.000 Aktien umfassenden europäischen Small und Mid Caps. „Die Zukunft steckt voller Möglichkeiten“, sagte Albert: Ob in der Industrie 4.0, in der individualisierten Medizin oder in der Logistik, überall seien kleine und mittlere Unternehmen mit ihren Produkten präsent und sehr oft als Hidden Champions auf dem Weltmarkt führend.

Die Vielfalt unter den Unternehmen sei größer als bei großkapitalisierten Aktien, in nahezu jeder Branche ließen sich interessante Einzelwerte finden, so Albert. Auch deshalb sei es an der Zeit, sie aus der Nische zu holen. Wie denn die Aufteilung in einem Aktienportfolio aussehen solle, so die Frage eines Investors aus dem Plenum. Alberts Empfehlung: 70 Prozent in Large Caps, passiv in ETFs verwaltet. Sowie 30 Prozent in Small und Mid Caps, aktiv verwaltet.

„Früher stiegen Investoren zyklisch in Nebenwerte ein oder wieder aus. Heute brauchen wir beides“, so Albert. Seit 2010 gebe es eine Tendenz, das Segment immer stärker in die Allokation einzufügen. „Das liegt sicher auch daran, dass Small und Mid Caps seit 2000 strukturell stärker gestiegen seien als Large Caps.“ So hätten Large Caps in den vergangenen Jahren auf Indexebene durchschnittlich 1 % p. a. zugelegt, bei Small Caps waren es dagegen rund 6 %.

Richtig spannend aber werde es, wenn das mit aktivem Management erzielte Alpha einbeziehe, „denn Alpha auf Alpha funktioniert wie Zinseszins“, erklärte Albert. So hätte der Lupus alpha Smaller German Champions  über die vergangenen zehn Jahre mit durchschnittlich 14,97 % p.a. seinen Vergleichsindex um gut zwei Prozentpunkte geschlagen. Dabei hätte sich der Abstand zwischen Index und Fonds auf 236,8 % zu 303,8 % ausgeweitet. Albert: „Das sind über 60 Prozentpunkte Mehrrendite allein wegen des Zinseszinseffekts.“