Ohne Volatilität fehlt ein diversifizierendes Element

Alexander Raviol, bei Lupus alpha Partner und Leiter Portfolio Management Alternative Solutions, begegnen immer wieder drei wesentliche Einwände, die gegen Volatilitätsstrategien vorgetragen werden: Sie würden nicht zur Diversifikation beitragen. Die Anlageklasse selbst sei zu komplex. Zudem sei sie viel zu riskant, wenn es einmal an den Märkten steil nach unten gehe..

Alle drei Einwände lassen sich widerlegen. So ist die Volatilitäts-Risikoprämie unabhängig von Anleihen. Und solange sich die Aktienmärkte in einer Bandbreite ohne außergewöhnliche Amplituden bewegen, lassen sich mit Volatilität positive Erträge weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Aktienmärkte erzielen. Das gilt selbst dann, wenn die Märkte sich seitwärts entwickeln oder sogar fallen. „Damit ist Volatilität eine diversifizierende Anlageklasse.“

Zweiter Einwand: Volatilität sei zu komplex. „Im Kern ist Volatilität ganz einfach“, sagte Raviol. Denn im langfristigen Durchschnitt liege die Volatilität, die von den Marktteilnehmern erwartet wird und sich in den Marktpreisen widerspiegelt, über der tatsächlich realisierten Volatilität. „Diese Risikoprämie lässt sich vereinnahmen“, erklärt Raviol.

Zum dritten Einwand: Ein einziges starkes Marktereignis kann die vielen kleinen, eingesammelten Erträge komplett zunichte machen, bis hin zum Totalverlust. „Nicht völlig falsch“, räumte Raviol ein. Und tatsächlich finden sich am Markt Volatilitäts-Produkte in Form von Exchange Traded Notes, die in der Vergangenheit dieses Schicksal erlitten haben. „Hier kommt es auf die Skalierung des Risikos an“, erläuterte Raviol. Bedeutet: Bei einem Hebel von 10 können schon 10 Prozent Marktverlust zum Totalausfall führen. Es ist also wichtig, vorab explizit zu definieren, wie viel Risiko die Strategie vertragen darf. Raviol skaliert seine Portfolios in der Regel maximal auf das Niveau des Aktienmarktrisikos: „Das Risiko ist beherrschbar, wenn man weiß, was man tut.“

Fazit: Einem institutionellen Portfolio ohne Volatilität fehlt ein diversifizierendes Element. Die Teilnehmer der Konferenz hat das offenbar überzeugt: Immerhin 10 Prozent gaben in der TED-Umfrage an, sie würden 2019 stärker in Vola-Strategien investieren.